Das Märchen von der Fotografie

Das Märchen vom Montag, erzählt von Gerhard Hinterleitner, engagierter Geschäftsführer des Fotolabors cyberlab in Wien. Gefunden im Blog des Fotografen Florian Rainer.

"Wir haben in Österreich hervorragend ausgebildete und geschmackssichere Bildredakteurinnen, die unsere besten FotografInnen fördern, indem sie von den an der Förderung der Fotografie höchst interessierten ChefredakteurInnen einerseits interessante Fotojobs und andererseits dafür auch eine faire Bezahlung für die besten LichtbildnerInnen herausholen.

Die „freien“ FotografInnen sind bei uns bestens abgesichert, weil ihre Erträge ausreichend sind, so dass sie Rücklagen bilden können, z.B. für den Fall dass die Verlage sie mal in Krisengebiete schicken und sie sich dort schwer verletzen, vor allem falls der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass ein solcher Verlag leider nichts zur Überbrückung des „Betriebsausfalls“ des seit Jahrzehnten beschäftigten „Freien“ beitragen kann.

Wir haben Verlage, die natürlich für die Veröffentlichung der Bilder von „Freien“ höchst angemessene Lizenzen bezahlen, weil sie wissen, dass die „Freien“ im Wesentlichen auch davon leben müssen.

Wir haben Verlage, die den nicht angestellten „freien“ Fotografen die Vertriebsrechte ihrer im Auftrag des Verlags erstellten Fotos nach einiger Zeit der Exklusivität auch wieder zurückgeben, damit sie dann auch international über großartige österreichische Bildagenturen vernünftig vermarkten und nebenbei den Ruhm der österreichischen Fotografie im Ausland verbreiten können. Deswegen gewinnen wir ja auch regelmäßig fast alle internationalen Preise.

Wir haben sensible an Fotografie interessierte Kulturpolitiker, und deswegen haben wir auch ein phantastisches „Haus der Fotografie“, in dem die Geschichte der österreichischen Fotografie aufgearbeitet und die besten Bilder der österreichischen FotografInnen aus den letzten 100 Jahren ausgestellt, gesammelt und unter besten Bedingungen archiviert werden.

Ja, und wir haben natürlich einige ganz bekannte FotografInnen, die alle nur wegen ihrer Arbeit in Österreich bekannt geworden sind, weil man vor allem in Österreich ihre Qualität erkennt und fördert. Dass die meisten erst ins Ausland gehen müssen, um im Inland was zu zählen, ist eine Lüge."

Aber lest doch selbst....


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